Pressemitteilung | 16. Februar 2022

Der langjährige ARD-Journalist Richard C. Schneider sieht ein mangelndes Bewusstsein für immer neue und aktuelle Formen von Antisemitismus in unserer Gesellschaft. „Ein Großteil der Menschen erkennt Antisemitismus nicht. Die deutsche Gesellschaft hat sich aufgrund der sogenannten Vergangenheitsbewältigung sehr konzentriert auf den Antisemitismus aus der Zeit des Nationalsozialismus. Aber es fehlt oft das Bewusstsein dafür, dass es mittlerweile neue Gefäße für ein uraltes Problem gibt“, sagt der Journalist und Buchautor im Interview mit dem Christlichen Medienmagazin PRO (Ausgabe 1/2022). 

Richard C. Schneider

Daher benötige es „sehr viel mehr Aufklärung“, etwa in Schulen. „Das gilt für Antisemitismus genau so wie für viele Fragen des Rassismus.“ Dies gelte auch angesichts von Vergleichen der Corona-Politik mit dem Nationalsozialismus, als etwa Ungeimpfte auf Demonstrationen den Judenstern trugen. „Wer einen gelben Stern mit ‚ungeimpft‘ trägt oder andere Vergleiche zur Nazi-Diktatur anstellt, weiß, dass es eine Provokation ist. Aber manche meinen wahrscheinlich tatsächlich, sie tun das Richtige, weil sie sich selbst als Opfer empfinden“, so Richard C. Schneider, der von 2005 bis 2016 das ARD-Studio in Tel Aviv leitete.  

„Man braucht einen Sündenbock“

Der kommunikative Zweck hinter antisemitischen Äußerungen sei laut Schneider immer der gleiche: „Man braucht einen Sündenbock für das, was angeblich falsch läuft. Besonders gut klappt das, wenn man die Verantwortung so ganz ins Ungefähre hineinschiebt; man spricht von der ‚internationalen Elite‘, dem ganzen ‚System‘, ‚denen da oben‘ und letztendlich den Juden. Je diffuser es wird, desto weniger ist es überprüfbar.“ 

Aktuelle ARD-Reportage: „Die Sache mit den Juden“

Für den Bayerischen Rundfunk drehte Richard C. Schneider zuletzt eine aufsehenerregende, vierteilige Dokumention unter dem Titel „Die Sache mit den Juden“, in der er Formen des weit verbreiteten Antisemitismus darstellt. Die Dokumentationen sind in der ARD-Mediathek abrufbar. 

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Christlichen Medienmagazins PRO. 

pdf PRO 1/2022

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