„Objektivität gibt es nicht“

Alexander Görlach sprach bei publicon am 21. Februar 2015 in Kassel vor rund 40 Medienprofis über den medialen Umgang mit gescheiterten Prominenten wie dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Der Chefredakteur von The European kritisierte, in der deutschen Medienlandschaft gebe es „große Befriedigung, diesen Menschen beim Scheitern zuzugucken“. Nur so sei zu erklären, dass es das Bobbycar von Christian Wulff auf die erste Seite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung habe schaffen können. Journalisten seien nicht etwa neutrale Beobachter dieser Szenarien, sondern Teilnehmer. „Objektivität gibt es nicht“, sagte Görlach, und ergänzte: „Wir sind Mittäter.“

 Journalisten agierten heute in einer Zeit der Erregungsgesellschaft, stellte auch der Journalist Matthias Matussek in seinem Referat fest. Er berichtete, wie er auf Beiträge von sich Beleidigungen und Morddrohungen erhalten habe. „Es kostet, für seine Ansichten einzustehen.“

 Lesen Sie mehr zur publicon-Tagung 2015 auf pro-medienmagazin.de